Helmut Franz Maria Kirchmeyer (* 1930 in Düsseldorf) ist ein deutscher Musikwissenschaftler, Philologe und Historiker sowie Korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.
Seine akademische Laufbahn umfasste Lehrtätigkeiten für Musikwissenschaft und Medienkunde an der Universität Düsseldorf, für Bibliographie und Geschichte am Institut für Fachbibliographie in Köln sowie für Musikwissenschaft an der RWTH Aachen, der Rheinischen Musikschule Köln und der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Publizistisch und redaktionell war er als Rezensent für die GEMA tätig, fungierte als Herausgeber der „Instrumentenbau-Zeitschrift“ und entwickelte Programmformate für den Westdeutschen Rundfunk. Zu seinen institutionellen Leistungen zählen die Gründung der Musikhochschule Düsseldorf sowie die Initiierung der Schallplattenreihe „Wergo“ für Neue Musik und der „Ars Gregoriana“, der bislang umfangreichsten Dokumentation des Gregorianischen Chorals.
Für seine wissenschaftlichen und kulturellen Verdienste erhielt Kirchmeyer zahlreiche Auszeichnungen: die Richard-Wagner-Medaille (1975), das Bundesverdienstkreuz am Bande (1985), die Ernennung zum Ritter des Päpstlichen Silvesterordens (Ordo Sancti Gregorii Magni, 1995), das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1998) sowie das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold (2006).
Im fachwissenschaftlichen Diskurs ist Kirchmeyer primär für sein kommentiertes Verzeichnis der Werke und Werkausgaben Igor Strawinskys bekannt. Das sogenannte K-Verzeichnis (auch Kirchmeyer-Verzeichnis oder KV) ist sowohl als monographisches Werk als auch als digitale Ressource in deutscher und englischer Sprache verfügbar (siehe: www.kcatalog.org).
Kirchmeyer ist mit Eva Maria Berke verheiratet. Aus der Ehe gingen vier Kinder (Monika Franziska Adele, Dorothea Johanna Roswitha, Peter Ludwig Detlev und Angelika Eva Maria) sowie fünf Enkelkinder (Jonas, Julius, Victor, Fabian und Katharina) hervor.
Links:
- Strawinsky catalog of works and work editions
- Kirchmeyer’s bibliography
- Hugo Balzer: Eine Gedenkschrift aus Anlass seines 25. Todestages in Verbindung mit einer Studie zum Thema Kuenstler im Nationalsozialismus
- Kleine Monographie über Herbert Eimert
- Kommentiertes Verzeichnis der Werke und Werkausgaben Igor Strawinskys bis 1971
- DER EIMERT-NACHLASS, kritische Darstellung der Entstehungs- und Verlaufsgeschichte der elektronischen und der seriellen Musik sowie der Webern-Renaissance in der Sichtweise Eimerts dargestellt anhand 400 kommentierter Originaldokumente (Eimerts Korrespondenz), inkl. authentischem biographischen Vorworts sowie eines dokumentarischen Anhangs
